| Die Memmen in der Presse. |
| Jan 2010 |
Die Memmen spenden an die DRF-Luftrettung:
Artikel auf der Homepage der DRF.
5. Januar 10 | Softe Männer, starke Leistung: „Memmenstammtisch“ spendet für Christoph 51

Ganz beherzt zeigten sich kurz vor Jahreswechsel die Mitglieder des „1. Memmenstammtisch“ in Ludwigsburg: Zwei der sieben Stammtischbrüder des deutschlandweit einzigen „Memmenclubs“ überbrachten Pilot Thomas Roth am 30. Dezember eine Spende in Höhe von 300 Euro für den Stuttgarter Hubschrauber der DRF Luftrettung. Die Summe ist Teil des Erlöses der Cocktailbar, den die „Memmen“ beim Ludwigsburger Musikfestival im Sommer 2009 betrieben hatten.Thomas Roth freute sich sehr über die Unterstützung und dankte den „Memmen“ im Namen der gesamten Besatzung von „Christoph 51“: „Einer der Stammtischbrüder ist langjähriges Mitglied bei uns hat bereits vor 30 Jahren seine erste Spendenaktion für die DRF Luftrettung durchgeführt und uns seither immer wieder unterstützt. Die „Memmen“ sind für mich deshalb echt starke Jungs."
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Lokal, regional und deutschlandweit.
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| Jan 2009 |
Nach einen Interview mit Johannes Wagemann von der dpa ist bei n-tv.de in der Rubrik "Vermischtes" folgender Artikel erschienen. |
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Sonntag, 11. Januar 2009
Sensible Stammtischbrüder
"Memmen" stehen zu Gefühlen
Sie duschen warm, sie sprechen offen über ihre Gefühle. Und wenn es sein muss, weinen sie auch vor ihren männlichen Freunden - was für "Memmen". So nennen sich sieben Stammtischbrüder in Ludwigsburg tatsächlich. Das verbreitete Schimpfwort für Männer, die aus Sicht ihrer Geschlechtsgenossen nicht zur "harten" Welt derer mit XY-Chromosomen gehören, wollen die Schwaben ins Gegenteil verkehren. "Wir haben gemerkt, dass wir nicht mit "meinem Haus, meinem Boot, meiner Frau" prahlen müssen, um uns männlich zu fühlen", sagt Jörg Reuschenbach (38), Präsident des Memmen-Stammtisches Ludwigsburg.
Ganz genau definieren kann auch Stammtisch-Nachbar Volker Kowollik nicht, was eine Memme ist. Klar ist für den 39-Jährigen nur, was ihn mit seinen sechs Freunden verbindet. "Wir wollen einen Gegenentwurf präsentieren zum machohaften Männerbild." Eigenen Nachforschungen zu Folge sind sie mit ihrem eingetragenen Verein bundesweit alleine. Nur in der Schweiz gebe es noch einen vergleichbaren Memmen-Club.
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"Memmen" nennen sich insgesamt sieben Stammtischbrüder des eingetragenen Vereins, der vor 18 Jahren gegründet wurde. |
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Keine Life-Style-Erscheinung
Unter einer Memme, heißt es schon im "Deutschen Wörterbuch", wird ein "furchtsamer und weichlicher Mensch" verstanden, der mit einer schwangeren Frau verglichen werde. Und das von "memm, mamme" (Mutterbrust, Euter) abstammende Wort ist seit dem 16. Jahrhundert bezeugt. Mit einigen Klischees müsse aber sofort aufgeräumt werden, sagt Reuschenbach.
"Memme" zu sein, habe für die Stammtisch-Brüder nichts damit zu tun, besonders "weiblich" zu sein oder einer bestimmten sexuellen Ausrichtung anzugehören, wie es viele Leute glaubten. Alle bis auf zwei Ludwigsburger Memmen sind verheiratet und teilweise mehrfache Väter, betonen sie.
Und eines ist den Memmen auch wichtig: Sie wollen zu keiner Lifestyle-Welle gehören, auf sogenannte Metrosexuelle und deren Präferenz für die "feminine" Seite des Mannes wollen sie sich nicht reduzieren lassen. "Wir legen auch Wert auf ein stilvolles Äußeres, aber uns gibt es auch schon seit 17 Jahren", sagt Reuschenbach. Da sei von Metrosexuellen noch nichts zu hören gewesen.
"Memmen für mehr Menschlichkeit"
Entstanden ist der Verein im Gespräch mehrerer Tänzer unter den heutigen Stammtisch-Mitgliedern. "Da hieß es 'Mann oder Memme', und wir haben festgestellt, dass wir nicht immer auf die Pauke hauen müssen und eher zu den Memmen gehören. Das machte uns aber gar nichts aus." Die australische Soziologin Raewyn Connell hat in ihrem einflussreichen Werk "Der gemachte Mann" festgestellt, wie stark ein geltendes Männerbild des starken Helden abweichende Lebensentwürfe zur Seite drängt. Das zeige allein die Fülle von Begriffen für sie, von Muttersöhnchen oder Milchbrötchen bis hin zur Memme.
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Das Vereinslogo der "Memmen" |
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"Als ich mich nach 17 Jahren von meiner Frau getrennt habe, bin ich hier zum Stammtisch gekommen und konnte mich richtig ausweinen", sagt "die" älteste der Ludwigsburger Memmen, der 50-jährige Thomas Berlin. Seine Freunde hätten ihm zugehört und ihn aufgebaut. "Ich hatte auch noch geschäftliche Insolvenzen hinter mir und stand vor dem Nichts." Er schaut in die Gesichter seiner Stammtisch-Freunde, die wie er ihre gepflegten weißen Hemden mit dem Vereinsemblem tragen. "Von denen hat keiner gelacht", sagt Berlin.
In Friedrich Schillers "Räubern" wird wie bei vielen anderen Dichtern über Memmen gelästert: "Warst Du nicht die Memme, die anhub zu schnadern (mit den Zähnen zu klappern), als sie riefen: Der Feind kommt!". Doch Reuschenbach und seine Kollegen können sich nicht erinnern, einmal angefeindet worden zu sein. Sie präsentieren sich sogar sehr öffentlich, verkaufen auf dem örtlichen Stadtfest Cocktails für einen guten Zweck oder gehen im Vereins-Dress segeln.
Einen kleinen Auftrag sehen die Memmen für sich selbst auch: Wenn mehr Männer zu ihrer sensiblen Seite stünden, würde die Welt besser, meint etwa Memme Thomas Bergold (38). "Memmen für mehr Menschlichkeit", das hätten sie sich auf die Fahnen geschrieben. Da können die Memmen auch mal offen sagen, dass die Sache mit der warmen Dusche bei ihnen ebenso zutreffe wie die, dass sie trotz Kokettieren mit dem Weichei-Dasein beim Einparken keine Probleme haben.
Johannes Wagemann, dpa
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Weiterhin erschienen ist der Artikel am 12.01.2009 in folgenden Zeitungen, Ausgaben und Onlineportalen: |
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Märkische Allgemeine Zeitung für das Land Brandenburg www.maerkischeallgemeine.de LINK
Westdeutsche Zeitung www.wz-newsline.de LINK
www.general-anzeiger-bonn.de LINK
mz-web.de - die Online-Plattform der Mitteldeutschen Zeitung
ratschlag24.com LINK
www.wz-wuppertal.de
www.ka-news.de
www.rhein-zeitung.de
www.monstersandcritics.de LINK
www.rheinzeitung.de
www.szon.de
www.westfaelische-nachrichten.de
www.all-in.de - Der Onlineauftritt der Allgäuer Zeitung und der Heimatzeitungen.
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Münsterländische www.mv-online.de
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WESER KURIERonline www.bremer-nachrichten.de
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| Okt 2008 |
Stuttgarter Nachrichten am 15.10.2008 - von TOM HÖRNER
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Allein unter Memmen
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Verein der Weicheier |
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Ob der Bossa nova schuld war, weiß im Nachhinein keiner mehr so genau. Auf jeden Fall standen lateinamerik-anische Rhythmen auf dem Programm. Um bei den Herren auf dem Parkett das Feuer zu entfachen, versuchte sich ein Tanzlehrer vom 1. TC Ludwigsburg als Provokateur.
„Mann oder Memme?“, rief der Vortänzer aber die Frage ging nach hinten los. Statt mit einem zackig heraus-gebrüllten „Mann!!!“ antworteten die Herren mit einem gesäuselten „Memmeee“. So war das damals, vor 17 Jahren. Es wurde gelacht aber im Grunde war die Sache ernst, denn immerhin handelte es sich um die Geburts-stunde des Ersten Memmenstammtischs Ludwigsburg e. V. Als Anfang der neunziger Jahre im Kino Kevin Costner mit dem Wolf tanzte, legte ein Dutzend tanzsporterprobter Ludwigsburger Mannsbilder ein Bekenntnis zum gefühlsechten Weichei im Manne ab.
Der Stammtisch ist eine gepflegte Tafel aus dunklem Holz. Keine Vereinsfahne stört das feine Ambiente im türkischen Restaurant Mavi, in dem sich die Memmen wie an jedem ersten Dienstag im Monat versammelt haben. Von sieben eingetragenen Mitgliedern sind fünf gekommen. Zwei fehlen, ließen sich aber entschuldigen. Für ihre Verhältnisse lassen es die Memmen an diesem Abend leger angehen: Ihre gelben Vereinskrawatten blieben im Schrank. Nur an ihren weißen Hemden mit dem Vereinslogo am Kragen kann man sie erkennen, das an das Symbol des Musiksenders MTV erinnert. Das haben die von uns abgeschaut, nichtwir von denen, sagt der Memmenchef.
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Wie nicht anders zu erwarten, geht es unter Memmen gesittet zu. Man trinkt Weißwein, Sekt, Pils, lässt sich orientalische Spezialitäten servieren und geht zum Rauchen vor die Tür. Nur einer hat vom Berichterstatter abgesehen ein schnödesWeizen vor sich. Das ist, wiewir später erfahren werden, die Transportmemme, der Warmduscher fürs Grobe sozusagen. Der Einzige in der Runde mit Lkw-Führerschein.
Wie bei jedem anständig geführten deutschen Verein gibt es auch beim Memmenstammtisch einen Vorsitzenden , einen Kassier und eine Satzung. Der kleine Kreis von derzeit sieben Mitgliedern verrät nichts über die wahren Aktivitäten des Clubs. „Wir haben wohl an die 350 passive Mitglieder“, sagt Präsidentenmemme Reuschenbach, im Berufsleben Geschäftsführer einer Wohnbaugesellschaft.
Die sind etwa dann zur Stelle, wenn die Memmen beim Ludwigsburger Markplatzfest Cocktails mixen und damit etwas für die Vereinskasse und eine karitative Einrichtung tun.
Diese Art der Öffentlichkeitsarbeit kommt gerade bei Frauen erstklassig an, die immer wieder fragen, „ob sie ihren Mann gleich hierlassen können“, erzählt Reuschenbach.
Wir wollen die Vereinssitzung nicht lange stören, müssen eine Frage, frei nach Grönemeyer, aber dann doch noch loswerden: Wann ist der Mann eine Memme? So genau lässt sich das nicht beantworten. Es gehe halt darum, sagen gestandene Memmen zwischen 40 und 50, dass Kerle auch Gefühle zeigten, zu ihren Schwächen stünden, es ruhig
auch mal menscheln ließen. Und vermutlich geht es auch darum (nicht die Memmen sagen das, das vermuten wir), dass sich aktive und passive Tänzer einmal im Monat ohne Damen in einem feinen Lokal treffen.
Wenn wir die Angelegenheit richtig einschätzen, dann ist der Aufstieg der Ludwigsburger Memmen nicht mehr aufzuhalten. Als man in Deutschland beim Begriff Internet noch an freundliche Inder dachte, haben die Memmen sich bereits ihre Homepageadresse www.memmen.de sichern lassen. Wer solchermaßen öffentlich präsent ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn er irgendwann bei „Stern-TV“ landet. Spätestens dann, wenn mal wieder das Thema „Wieviel Beckenrandschwimmer braucht das Land?“ durchgenudelt wird.
Die Memmen sind keine Waschlappen. Es ist im Lauf der Jahre auch schon vorgekommen, dass sie eine Memme ausgeschlossen haben. Und zwar nicht, weil sie zu sehr den Macho rausgehängt hat. Sondern, weil sie bei den Vereinsaktivitäten nicht mitzog.
Klingt nach hartgesottenen Weicheiern.
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| Okt 2008 |
"LIFT Das Stadtmagazin für Stuttgart und die Region", Ausgabe 10/08 |
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Mann oder Memme?
Jörg Reuschenbach ist die erste Memme Ludwigsburgs
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Mann oder Memme? Dieser Frage muss sich seit Urgedenken jeder Homo Sapiens mit XY Chromosom stellen. Die Mehrheit antwortet freilich mit „Mann“, auch wenn das vermeintlich starke Geschlecht nicht immer einen Reifen wechseln kann.Wie auch eine Gruppe Ludwigsburger zwischen Ende 30 und Ende 40, die sich zum 1.Memmenstammtisch in Ludwigsburg zusammengeschlossen hat. Im Gegensatz zur Mehrheit der geschätzten drei Milliarden Männer auf der Erde stehen die Barockstadt-Memmen dazu Beckenrandschwimmer, Frauen-Versteher, Sitzpinkler, Weicheier oder eben auch Warmduscher zu sein.
„Wir sind eine Institution in Ludwigsburg“, erzählt Jörg Reuschenbach im türkischen Restaurant Mavi bei einer Zigarette. Reuschenbach ist der Gründer und Präsident des 1.Memmenstammtischs. Der ordentlich eingetragene Verein samt Satzung und einem monatlichen Mitgliedsbeitrag besteht aktuell aus sieben Mitgliedern alias Memmen. Die Vereinskasse wird von der „Finanzmemme“ verwaltet.Die restlichen fünf bezeichnen sich als Rettungsmemme, Transportmemme, Kneipenmemme und Präsentationsmemme.
Ein wenig Ironie spielt dabei natürlich schon mit.„Wir sind ein Stammtisch, der zu einem Verein geworden ist und sich einen lustigen Namen gegeben hat“, erklärt die Finanzmemme
Volker Kowollik. Reuschenbach und Kowollik kennen sich bereits seit dem Kindergarten und gründeten vor 17 Jahren den Verein.
„Ja, wir sind Memmen“
„Ja, wir sind Memmen“, war ihre Antwort auf die Urfrage. Anfangs waren die Stammtische noch wöchentliche, feuchtfröhliche Abende, was sich im Laufe der Zeit wegen Job und Familie gelegt hat. Inzwischen bespricht man einmal im Monat im feinen Ambiente des Mavi öffentliche wie private Events und Feste, gemeinsame Ausflüge und soziale Engagements.
Familie? Ja, sind die nicht alle...? „Klar, schwul“, Reuschenbach kennt das gängigste Vorurteil, wenn Unbekannte zum erste Mal von den Memmen hören. Für den Selbstständigen in der Immobilienbranche, der lange Jahre auch als Turniertänzer aktiv war, hat die Homo-Ecke einen Bart bis nach Markgröningen. Er lächelt das Thema selbstbewusst weg.
Was sagen ihre Frauen zu ihren außerberuflichen Aktivitäten? „Komm nicht so spät nach Hause“, meint der Präsident und die Runde lacht einstimmend. „Sie sind stolz auf uns und bis auf den Stammtisch fast immer dabei. Bei mir war das auch Heiratsbedingung. Ich sagte zu meiner Frau,wenn du mich heiraten willst, musst du zwei Dinge akzeptieren: meine Memmen und dass ich nicht bügle.“
Ah ja, also doch ein bisschen Macho? Was unterscheidet denn dann eigentlich die Memmen von anderen Männern? „Dass wir zu unserer weichen Seite stehen“, meint Tom Berlin, die Transportmemme. „Wir können offen Gefühle zeigen, wir können offen über Probleme reden, wir haben nicht dieses Profilierungsgehabe.
Und das Besondere am Verein ist, dass der eine für den anderen extrem einsteht“, ergänzt der Präsident. „Das ist schon etwas Besonderes unter Männern.“
Viele gleichgeschlechtliche Genossen hätten ein Problem damit, offen über Sorgen und Probleme zu reden. Die Memmen sind hingegen Stammtisch,Verein, Freundeskreis und vielleicht auch irgendwie eine Art ganz besondere Selbsthilfegruppe zugleich. „Manchen Frauen sagen auch, ich schick’ euch mal meinen Mann, dass der ein wenig zum Softi wird und sein Macho-Gehabe ablegt.“
Dass der Verein auch etwas „elitär“ ist, merkt man daran, dass die Memmen zum einen nicht gewaltsam „Hunderte von Mitgliedern“ generieren, wie Kowollik meint, zum anderen stoßen auf Eigeninitiative selten neue Memmen hinzu.
„Wir tragen das schon sehr nach außen, dass Memmen-Sein ein gewisses Engagement benötigt.“ Vereins-Anwärter kommen meist über den Bekannten- und Helferkreis hinzu, werden behutsam in den Stammtisch integriert und schließlich mit einem einstimmigen ‚Ja‘ zur Memme berufen oder eben nicht.„Das hohe Gut und die Stimmung des Stammtisches müssen erhalten bleiben.“
„Der Verein ist eine Insel, von der ich meine Power hole“
Reuschenbach liegt viel an seinen Memmen, seinem „Lebensinhalt“ wie er sagt. „Das ist für mich eine Insel, von der ich wieder meine Power hole.“
Mehr als zehn Mitglieder waren es in den 17 Jahren nie. „Sonst bilden sich auch Grüppchen.“ Tödlich für den Zusammenhalt, auf den man so stolz ist. „Sag’ mir Freundschaften, die so lange und über alle Lebensphasen hinweg bestehen?“ Musste auch schon mal einer ganz unmemmig aus dem Verein gekickt werden? „Ja, das kam auch schon vor“, erzählt Reuschenbach. „18 Uhr in meinem Büro“, lautet seither ein Runnig Gag, quasi der Todeskuss für Memmen, die nicht mitziehen.
Freilich kommt es auch in einer Gemeinschaft, „in der alle auf einer Wellenlänge sind“, zu Reibereien, etwa wenn es der Präsident mal wieder zu genau haben will, wie beim jährlichen Highlight im Memmen-Terminkalender, ihrem zwischenzeitlich legendären Caipirinha-Stand auf dem Ludwigsburger Marktplatzfest. Jedes Jahr karrt man zwar mehr Limetten, Zuckerrohrschnaps und Eis an, gegen Mitternacht ist aber stets Game over. Das ist selbstlose Maloche. Die weiblichen Gäste staunen und sticheln ihre Männer, die sich manchmal neidische Kommentare nicht verkneifen können. Von den Einnahmen lässt man ein Fest für die rund 30 Mithelfer springen und spendet einen Teil an die katholische Kirche St. Johann, in der Reuschenbach und Kowollik bereits in ihrer Jugend als Ministranten tätig waren.
Die Memmen haben ein gutes Standing in Ludwigsburg und rennen mit neuen Vorhaben offene Türen ein. Zufriedenheit macht sich bei Jörg Reuschenbach breit, denkt er an die vergangenen Jahre zurück.Eine Ludwigsburger Memme wäre aber keine richtige Memme, wenn sie nicht bemüht wäre, den Verein weiter zu pushen. „Wir wären auch gerne auf dem Stuttgarter Stadtfest.Hast du da einen Draht zu?“, fragt Reuschenbach den Schreiber. Leider nein, sorry. Aber vielleicht klappt es ja irgendwann. Denn ein paar lustige Memmen würden auch Stuttgart ganz gut tun.
www.memmen.de
Martin Elbert
Quelle "LIFT Das Stadtmagazin für Stuttgart und die Region", Ausgabe 10/08
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| Mai 2008 |
Presseartikel Stuttgarter Zeitung 2008 |
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Der Club der Männerversteher |
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Die Mitglieder des ersten Ludwigsburger Memmenvereins können auch praktisch zupacken
Ludwigsburg. Hier darf ein Mann auch mal einen Mann in den Arm nehmen. Und keiner vom Memmenstammtisch muss heimlich weinen, wenn ihm das Leben mal wieder übel mitspielt. Aber der kleine Ludwigsburger Verein nimmt nur auserwählte männliche Mimosen auf.
Von Miriam Hesse
Es herrschen laue Frühlingsabendtemperaturen. Aber die Memmen sitzen drinnen - bei ihrem Lieblingstürken, gemütlich bei einem Gläschen Wein vor Blümchendeko. Verständnisvolle Frauen wissen es längst. Männer können verdammt verletzlich sein. Um nicht zu sagen: empfindlich. Allerdings, sagt Jörg Reuschenbach, der Gründer und Präsident des ersten und bislang einzigen Ludwigsburger Memmenvereins, gelte es oft nicht nur im Beruf, die männlich harte Machofassade zu wahren. Bei ihrem monatlichen Stammtisch wollen sich die Herren deshalb gegenseitig etwas Geborgenheit geben. Passagenweise umgedichtet, ließe sich Herbert Grönemeyers Männerhymne deshalb leicht zur Memmenhymne umfunktionieren.
Wein oder Werkzeug? Zuhören oder zupacken? Solche Fragen stellen sich für die bekennenden Männerversteher gar nicht. Sie können jederzeit auf beide Optionen zurückgreifen. Und wer ihnen darüber hinaus ganz unbedarft die Wahl zwischen "Macho oder Memme" lässt, kriegt eine prompte Antwort: "Dann lieber Memme", sagt der Ingenieur Volker Kowollik, auch wenn der Vereinsname "durchaus selbstironisch" sei.
Wer "keine Berührungsängste mit Männern" habe, müsse aber nicht zwingend vom anderen Ufer sein, stellt sein verheirateter Vereinskollege Reuschenbach klar. Überhaupt sind alle glückliche Familienväter. Bis auf einen, der noch zu haben ist - und Thomas Berlin, der nach einem gescheiterten Versuch künftig einen Bogen um den trauten Ehehafen machen will. Vor einiger Zeit ging der 49-Jährige, der vor knapp zehn Jahren zu der heimeligen Herrenrunde gestoßen ist, als selbstständiger Unternehmer pleite. Bei den Memmen konnte er sich aussprechen: "Dann sind hier auch mal Tränen geflossen."
Auch Kowollik schätzt an der Tafelrunde, dass Probleme offen diskutiert werden können und "ich hier sein kann, wie ich bin". Damit diese Harmonie auch weiterhin gewährleistet ist, wächst der Memmenkreis nur ganz behutsam. Wer beitreten will, kann das nur nach einstimmigem Beschluss und nach einer erfolgreich bestandenen einjährigen Probezeit. Als der Ex-Profitänzer und heutige Immobilienwirt Reuschenbach den Stammtisch für männliche Mimosen vor 17 Jahren ins Leben rief, war das noch eine wöchentliche Trinkrunde mit klaren Regeln. Wer seinen Memmenpass nicht vorzeigen konnte, musste jeweils einen für alle ausgeben. Ebenso derjenige, der unverhofft von einer Frau angesprochen wurde. "Das war meistens ich", sagt Reuschenbach. Aber dann wurden die Männerherzen doch wieder weich. Heute spielen die acht Freunde sogar mit dem Gedanken, sich auch für den Frauenanteil ihres Helferkreises zu öffnen und eine passive Mitgliedschaft anzubieten.
Außerdem beschränkt sich der Alkoholgenuss in Maßen inzwischen nicht mehr nur auf den kleinen Kreis. Beim Ludwigsburger Marktplatzfest, das in diesem Jahr am Samstag, 28. Juni, stattfindet, sind die Memmen schon seit acht Jahren mit einer Cocktailbar vertreten. Ein Teil der Einnahmen wird für Neuinvestitionen verwendet und an die ehrenamtlichen Helfer ausgeschenkt, der andere fließt in ein soziales Projekt.
Zudem sind die Herren, die den heiligen Teamgeist auch gern mit Hilfe von gelben Einheitskrawatten oder rosa T-Shirts nach außen signalisieren, eng mit der Kirchengemeinde Sankt Johann verbandelt. Sie helfen, wo sie können - wenn sie nicht mit der aufwendigen Vorbereitung eines Junggesellenabschieds für ein Mitglied beschäftigt sind. Ohne Stripperinnen und Saufgelage natürlich. Stattdessen unterziehen sich die Memmen dabei nicht selten einer Mutprobe. Nachdem sie sich zuletzt gemeinsam über einer Schlucht abgeseilt hatten, brachen wieder einmal alle Dämme: "Wir lagen uns mit Tränen in den Augen in den Armen."
www.memmen.de
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| Aug 2007 |
Artikel in der Bietigheimer Zeitung |
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Über ein Jahr nachdem uns Rene Hagdorn von SWR3 für eine Reportage am Stammtisch besucht hatte und die ersten beiden Artikel in der Ludwigsburger Kreiszeitung und der Stuttgarter Zeitung erschienen waren, interessierte sich die Bietigheimer Zeitung für unseren Verein! Unser Präsident hatte die Redakteurin zu uns an den Stammtisch in unser Stammlokal MAVI in Ludwigsburg eingeladen. Zu Beginn schaute noch ein Fotograf vorbei, der uns professionell ablichtete, damit wir auch wirklich gut zur Geltung kommen! In lockerer Runde und bei leckerem türkischem Essen beantworteten wir (also eigentlich im wesentlichen unser ÖTV-Memmen und der Präsi) die Fragen der sichtlich amüsierten Redakteurin. Nach gut einer Stunde war der Wissensdurst und auch unser Hunger gestillt und nun dürfen wir gespannt sein wann der Artikel erscheint!


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Bietigheimer Zeitung / ARTIKEL VOM 16. AUGUST 2007
VEREIN / ZU BESUCH BEIM 1. MEMMENSTAMMTISCH LUDWIGSBURG
Club der bekennenden Weicheier
Der Männertreff zählt neun Mimosen - Frauen sind bei der Softie-Zusammenkunft verboten
Sechs Herren sitzen um den elegant gedeckten Tisch, den Kerzenschein in sanftes Licht taucht. Die weißen Hemden sind frisch gebügelt und gestärkt, die Krawatten im romantischen Roséton perfekt gebunden. Wenn der 1. Memmenstammtisch Ludwigsburg tagt, muss das Ambiente stimmen.
Zugegeben: Einen reinen Männerstammtisch stellt man sich gemeinhin anders vor. Statt Riesenhumpen Bier gibts zur Begrüßung Sekt in filigranen Gläsern, statt Schweinshaxe mit Pommes werden türkische Spezialitäten kredenzt. Aber diese Herrenrunde ist auch eine ganz besondere. Im Haus- und Hoflokal Mavi trifft sich einmal im Monat der 1. Memmenstammtisch Ludwigsburg. Den gibt es so tatsächlich, sogar als eingetragenen Verein.
Und das sind sie, die Männer, die öffentlich zugeben, Softies zu sein: Thomas Berlin aus Unterriexingen, der Fellbacher Volker Kowollik, Thomas Bergold aus Murr sowie die Ludwigsburger Matthias Ginzel und Jörg Häusler. Die Obermemme - sprich: der Präsident - ist Jörg Reuschenbach, ebenfalls aus Ludwigsburg. Drei weitere Mitglieder gibt es im Verein noch, die haben allerdings aus verschiedenen Gründen für den Pressetermin abgesagt. Memmen eben.
Alle neun sind sie bekennende Warmduscher. Schattenparker. Teletubbie-Zurückwinker. Am-Geländer-Festhalter. Sauna-unten-Sitzer. Verfallsdatum-Paniker. Und das mit Leib und Seele. Seit 17 Jahren gibt es den wohl außergewöhnlichsten Verein der Region. An den "Ja, wir sind Memmen"-Moment erinnern sich alle noch genau. "Ein Großteil von uns tanzte früher in der Lateinformation des Tanzclubs Ludwigsburg. Oft wurden wir als Schwule und Weicheier bezeichnet. Davon wollten wir weg", erzählt Reuschenbach. Aber Machos, das wollten sie erst recht nicht sein. Die Frage aller Fragen wurde gestellt: "Mann oder Memme?" Man entschied sich für Letzteres. Mit allen Konsequenzen.
Seitdem wird dem organisierten Mimosentum gefrönt. Was zeichnet denn eine "ordentliche" Memme aus? "Sie gibt zu, nicht frei von Fehlern zu sein, ist harmoniesüchtig und detailverliebt. Es geht nicht um Mein Auto, mein Boot, mein Haus. Das Zwischenmenschliche steht im Vordergrund", zählt Reuschenbach auf. Seine Kollege Berlin ergänzt: "Der Mann gilt als Ernährer, als Macher. Viele haben ein Problem zuzugeben, dass sie auch Schwächen haben." Dementsprechend werden beim allmonatlichen Stammtisch alle kleinen Zipperlein und großen Malheurs, Ehekrisen und andere Probleme besprochen. Damen sind nicht zugelassen. Wer trotzdem eine anschleppt, muss eine Runde ausgeben. So steht es in der Vereinssatzung. Frauen-Versteher seien sie trotzdem, wenn auch gern unter sich. Immerhin, fast alle Memmen sind in festen Händen. Häusler tritt demnächst als eine der letzten vor den Traualtar. Doch wie bei seinen Vereinskollegen muss der Zukünftigen klar sein: "Nicht ohne meine Memmen."
Erst Grinsen, dann Neid
Wie reagieren die Mitmenschen auf so viel Weichheit? "Viele Frauen kommen und fragen, ob sie ihre Männer abgeben dürfen", sagt Bergold lachend. Aber jetzt mal ehrlich: Werden die Memmen von anderen Geschlechtsgenossen nicht ausgelacht? "Viele grinsen, haben aber nicht den Mut rüberzukommen. Dumme Sprüche von Männern kommen vor, aber nur in der ersten Instanz. Wenn wir dann erklären, was wir machen, kommt der Neid", sagt die lustige Herrenrunde.
Und sie macht so einiges. Neben den regelmäßig Treffs unternehmen die "zarten Kerle" viel miteinander, Rafting und Segeln zum Beispiel, Eisstockschießen oder Ausflüge in den Schwarzwald. Wichtig ist dem Verein aber neben allem Spaß soziales Engagement. Die Hälfte des Geldes, das am mittlerweile obligatorischen Marktplatzfest-Stand eingenommen wird, wird gespendet. Darüber hinaus unterstützen die Memmen einige Hilfsprojekte der evangelischen Kirche.
Wer ganz genau hinschaut, der bemerkt, dass hinter dem ganzen Luschen-Getue auch eine große Portion Show steckt. Freilich wird hier viel kokettiert. Derbe, ganz und gar männliche Sprüche sind über den elegant in unschuldigem Weiß gehaltenen Restauranttisch hinweg immer wieder zu hören. Sogar ein Funke Macho blitzt einmal auf, als eine der Memmen auf die Frage, ob denn einige der Herren nach wie vor im Verein tanzen, antwortet: "Nein, nur meiner Frau auf der Nase herum." Schallendes Gelächter.
Doch dann gibt es sie wieder, die weichgespülten Momente. Als die die Frage, ob denn alle am Memmenstammtisch einen Autoreifen wechseln können, von einem Anwesenden mit vor der Brust verschränkten Armen und einem trotzigen "Nö!" beantwortet wird. Oder als ein Soßenfleck auf einer der schönen, rosa Krawatte mit einem "Oh nein, jetzt muss ich sie wieder in die Reinigung geben!" quittiert wird.
VON CAROLINE HOLOWIECKI
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